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Species / Aporrhais Unisinuata

Aporrhais Unisinuata

Stromboidea


Original Description of Chenopus speciosus var. unisinuata by Sandberger, 1861, p. 188:

  • Chenopus speciosus Schloth. sp.
  • Char. Testa obtecte rimata, pyramidalis, anfractibus tribus laevibus initialibus et octo vario modo ornatis constitua, ultimus amplissimus, inferne canali brevi acutangulari finitus, plerumque dimidia parte altitudinis omnis testae aequus vel paullo major. Anfractus medii satis convexi, costulis longitudinalibus numerosis, densis necnon costis transversalibus, ab initio numerosis et obliquis, deinde rarioribus, subrectis et fossulis satis latis disjunctis ornati. In ambitu penultimo costae sensim formam nodorum crassiorum accipiunt et in penultimo carinae tres longitudinales distantes, latitudine deorsum decrescentes oriuntur, quarum suprema sursum inflexa in angulum acutiorem supernum labri dextri aliformis ascendit, altera deorsum inflexa in angulum inferum rotundatum ejusdem descendit. Carina suprema nodis latis, obtusis, in altera multo minus prominentibus et in tertia plerumque obsoletis, excellens. Apertura perobliqua, plus minusve ampla; columella antrorsum incurvata, labrum dextrum aliforme, ala intus callo crasso nitido incrassata, omnino subtrapeziformi, superne sinu valde obtuso, inferne sinu minus obtuso emarginata.
  • Die grosse pyramidale Schale ist verdeckt-genabelt und besteht aus drei glatten Embryonal- und acht verschiedenartig verzierten Umgängen, von welchen der letzte die Hälfte oder etwas über die Hälfte der ganzen Höhe erreicht und unten in einen sehr spitzwinkeligen kurzen Kanal ausläuft. Die mittleren Umgänge sind schwach gewölbt und, wie auch der übrige Theil der Schale, mit sehr zahlreichen feinen Längsleistchen, ausserdem aber noch mit Querrippchen verziert, welche anfangs sehr zahlreich und gegen den Umgang geneigt, dann aber in weit geringerer Zahl und mehr und mehr senkrecht auf der Wölbung des Umganges erscheinen und durch breite und ziemlich tief eingedrückte Gruben von einander geschieden werden. Auf dem vorletzten Umgange gehen diese Querrippen in ziemlich dicke Knoten über und auf dem letzten endlich bilden sich drei, nach unten an Breite abnehmende Kiele aus, von denen der oberste in das obere spitzwinkelige Eck des flügelförmigen rechten Mundrandes aufsteigt, der mittlere dagegen abwärts biegend in dem unteren stumpferen Ecke desselben endigt. Auf dem oberen Kiele sind die Knoten sehr stark ausgebildet, auf dem mittleren schon schwächer und auf dem unteren verschwinden sie in der Regel völlig. Die enge Mündung liegt sehr schief, die Spindel ist schwach nach vorn gebogen und der rechte Mundrand, im Ganzen trapezförmig, ist oben tiefer, unten seichter oder gar nicht buchtig ausgerandet, innen, wie auch die Spindel und sein häufig bis zur Spitze hinaufreichender, aber angewachsener Fortsatz stark schwielig verdickt.
  • Ich unterscheide, zum Theil abweichend von Beyrich's (a. a. O.) Auffassung, drei Varietäten:
    • 1) var. Margerini. Grosse Form mit deutlicher Bucht am oberen und unteren Theile des Flügels und Verlängerung desselben bis zur Spitze, die er noch mit einhüllt, sowie erhabenem zweitem Kiele.
    • 2) var. unisinuata. Gross, die untere Bucht verschwindet, der Flügel verlängert sich nicht bis zur Spitze, der zweite Kiel bleibt aber deutlich. Hierher gehören im Mainzer Becken die Stücke aus dem Meeressande von Weinheim (Sammlung des Gr. Polytechnicums zu Karlsruhe Taf. X. Fig. 9 und Braun'sche Sammlung), wo die Art äusserst selten vorkommt und aus dem Septarienthone von Kreuznach (Weinkauff) Taf. XX. Fig. 5; von auswärtigen Fundorten jene aus dem Septarienthone von Baesele und Boom bei Antwerpen (ausgezeichnete Stücke von Nyst mitgetheilt), Goerzig bei Köthen, dem oberoligocänen Sande von Bünde, Crefeld, Kassel (Landauer), dem Holsteiner Tertiärgesteine, dem Miocän vom Sylt (Beyrich), wo aber die Art nur einmal gefunden wirde.
    • 3) var. megapolitana. Die kleine Form mit nicht erweitertem und sehr wenig verdicktem Spindelrande und nicht kielartig erhabenem zweitem Gürtel der letzten Windung. Von Sternberg (Boll).
  • Eigene Arten scheinen auch mir diese Formen nicht zu sein.
  • Bemerkung. Chenopus speciosus gehört einer völlig ausgestorbenen Gruppe der Gattung an, welche mit dem ihm sehr ähnlichen und zeitweise sogar mit ihm verwechselten Ch. Sowerbyi aus dem Londonthon im Tertiärgebirge beginnt."

Chenopus speciosus in Sandberger, 1858, pl. X, fig. 9

Chenopus speciosus in Sandberger, 1860, pl. XX, fig. 5


Synonymy and History

1850

Description of Chenopus sp. by A. Braun, 1850, p. 1130:

  • "grössere Art, bis jetzt nur in unvollständigen Exemplaren gefunden. Ebendaselbst [Im Sand bei Weinsheim]."

1867

von Koenen, 1867, p. 66:

  • "Von der Behandlung dieser Art, wie sie Beyrich (Zeitschr. der Deutsch. geol. Ges. VI. p. 492 sequ.) sorgfältig ausgeführt hatte, sind Sandberger durch Unterscheidung einer dritten Varietät (unisinuata) abgewichen, Speyer durch bedingte Annahme derselben und Deshayes durch Trennung in mehrere Arten. Die Sandberger'sche Var. unisinuata lässt sich nach meinen zahlreichen guten Stücken von Boom nicht aufrecht erhalten; Deshayes hat so gut wie gar kein Vergleichsmaterial gehabt, und werden die von ihm l.c. angegebenen Beobachtungen durch meine Exemplare widerlegt. Ich folge daher ganz Beyrich's Eintheilung. Meine Stücke von Morigny stehen sämmtlich zwischen der var. megapolitana und der Aporrhais oxydactyla Sdbg., welche vielleicht auch als Varietat hierher zu ziehen ist. Einen Uebergang dazu von der var. Margerini bilden sonst auch die Vorkommnisse von Brockenhurst und der Brandhorst. Im Allgemeinen finde ich, dass die in Sandschichten vorkommenden Stücke weniger starke Knoten resp. Kiele auf der Schlusswindung haben. Im Miocän bei Edeghem habe ich eine Anzahl Stücke gefunden, die denen von Boom ganz gleichen. Die Ap. Sowerbyi Mant. aus dem Londonclay ist vermuthlich auch noch mit unserer Art zu vereinigen, wenigstens kann ich an meinen leider nicht recht grossen Stucken kein sicheres Unterscheidungsmerkmal finden. Der lebende Repräsentant dieser Gruppe ist übrigens die Ap. occidentalis Beck, welche nach den Figuren von Gould etc. allerdings auf der Schlusswindung keine Kiele trägt, auf der Reeve'schen Abbildung (f. 6.) sind aber doch zwei stärker hervortretende Spiralen bemerkbar."

von Koenen, 1867, p. 125 reported Aporrhais speciosa from "Hermsdorf, Freienwalde, aus dem Thon und dem Sand von Stettin, aus Görzig, Beddersee, Calbe a.S., Söllingen, dem Mainzer Becken (Unt. Meeressand, Rupel-thon, Chenopusschicht), aus Belgien (S. rup. inf., S. rup. sup.), aus den S. de Fontainebleau, dem Unter-Oligozän und dem Ober-Oligozän."

1900

Aporrhais speciosa var unisinuata Speyer, 1862-1864 (1900), pl. XXXI, fig. 3 a-c, 4, 5

  • "Septarienthon von Oberkaufungen" near Kassel, Germany; (now Bodenheim-Formation, Rupelian, Oligocene)

1973

Kuster-Wendenburg, 1973, p. 81 reported Arrhoges (Arrhoges) speciosus from " Trift und Würzmühle bei Weinheim, Kreuznach (Septarienton), Flörsheim, Welschberg bei Waldböckelheim."

Comment Kuster-Wendenburg, 1973, p. 82:

  • "Schlotheim (1820) beschrieb unter A. (A.) speciosus ein Exemplar aus dem Oberoligozän des Sternberger Gesteins in Mecklenburg. Aber schon Beyrich (1854) vereinigte unter diesem Namen, bis auf zwei, alle "Variationen" bzw. Arten von Aporrhais aus dem Tertiär in Frankreich, Belgien, England und Norddeutschland. Er schrieb (1854:497): "Bei den erheblichen Abänderungen der Aporrhais speciosa könnten spätere Autoren leicht auf Unterscheidungen von Arten kommen, welche ich für unzulässig erklären musste." Einer dieser späteren Authoren war Sandberger, der (1861:189) drei Varietäten von A. (A.) speciosus abtrennte. Die Varietät aus dem Mitteloligozän bezeichnete er als "speziosus var unisinuata" [sic]. Doch erkannte von Koenen (1867), daß die unterschiedliche Ausbildung von Knoten und Kielen, auf denen Sandberger seine "Var." begründete, biotopbedingte Abweichungen innerhalb der Art sind. Somit sind die Varietätsbezeichnungen von Sandberger hinfällig. Die Belegstücke von Sandberger (in der Slg. von A.Braun und in der allgem. Slg. des Polytechnikums in Karlsruhe) sind nicht erhalten. Schon Sandberger (1861:189) vermerkt, daß die "Art äußerst selten vorkommt", was durch die wenigen Stücke in den allgemeinen Slg. (SMF u. HLMDa) bestätigt wird. Bei eigenen Aufsammlungen und Grabungen wurde A. (A.) speciosus nicht gefunden. Das abgebildete Stück (Taf. 5 Fig. 82; Nr. 12-766i aus der Sammlung des SMF) fand Kinkelin an der Würzmühle bei Weinheim/Alzey."

1978

E. Janssen, Abstract:

  • "The stratigraphic Position of the Glimmeröder section has been described as Chatt A."

R. Janssen, 1978, p. 82 reported Drepanocheilus (Arrhoges) speciosus from "Schicht 4" of the "Kesseler Meeressand" of Glimmerode (8 juvenile specimens)

Janssen, 1978, p. 162 about "Schicht 4":

  • "Der Schillsand der Schicht 4 dürfte in relativ geringer Entfernung von der Küste abgelagert sein. Arten wie Emarginula fasciata, dobergensis und punctulata, verschiedene Cerithiopsiden, Erato rhenana, Sinum Philippi, Cominella bolli, Cassidaria nodosa und Gibberula brevis haben wohl auf dem Schillsand gelebt. Auf das Vorkommen von Schwämmen läßt Siliquaria schließen. Die nahe Küste dürfte felsig oder als Blockstrand ausgebildet gewesen sein. Bewohner des Litorals wie Patella amblyrhabdota, Margarites margaritula, Euthria inornata, Amphineuren u.a. wurden durch eine wenig starke Strömung herantransportiert. Besonders das Phytal mit Arten wie Acmea megapolitana, Jujubinus chatticus, Lacuna subeffusa und zahlreichen Rissoiden hat einen besonders großen Anteil an der Zusammensetzung des Schills. Das überwiegend feinkörnige Sediment scheint ohne Beteiligung stärkerer Strömungen über einen längeren Zeitraum abgesetzt zu sein. Nur vereinzelt ist gröberes Schalenmaterial zu Lagen und Nestern zusammengespült worden."

Aporrhais unisinuata (Sandberger, 1861); Weinheimer Meeressand, Oligocene; Weinheim, Baden-Württemberg, Germany; Coll. NMMZ

Aporrhais unisinuata (Sandberger, 1861); Meeressand, Oligocene; Trift, Weinheim near Alzey, Baden-Württemberg, Germany; Coll. NMMZ

Aporrhais unisinuata (Sandberger, 1861); Meeressand, Oligocene; Waldböckelheim, Rhineland-Palatinate, Germany; 25 mm; Coll. NMMZ

Aporrhais unisinuata (Sandberger, 1861); Stadecken Formation, Oligocene; Bodenheim, Rhineland-Palatinate, Germany; 34 mm; Coll. NMMZ, No. PWL 1999/1220

Aporrhais cf. unisinuata (Sandberger, 1861); Chattian, Oligocene; Brandkopf, Oberes Ahnetal, Hesse, Germany; 25,1 mm; Coll. Naturkundemuseum im Ottoneum Kassel

Aporrhais cf. unisinuata Sandberger, 1863; NP23, Rupelian, Oligocene; Cospuden, "Leipziger Bucht", Saxony, Germany; Coll. Geologisch-Paläontologische Sammlung Universität Leipzig A04.05.01 CO 364

Aporrhais cf. unisinuata Sandberger, 1863; NP23, Rupelian, Oligocene; Cospuden, "Leipziger Bucht", Saxony, Germany; Coll. Geologisch-Paläontologische Sammlung Universität Leipzig A04.05.01 CO 364

Aporrhais cf. unisinuata (Sandberger, 1861); Chattian, Oligocene; Glimmerode, Niestetal, Hesse, Germany; 23 mm; 1977; Coll. Pierre Schröder

Aporrhais cf. unisinuata (Sandberger, 1861); Chattian, Oligocene; Glimmerode, Niestetal, Hesse, Germany; 1977; Coll. Pierre Schröder

Aporrhais cf. unisinuata (De Koninck, 1838); Oligocene; Lattorf near Bernburg, Saxony-Anhalt, Germany; Coll. NHMW no. 1859.XXVI.23

Aporrhais cf. unisinuata (Sandberger, 1861); NP22-zone, Rupelian, Oligocene; Mammendorf, Saxonia, Germany; Coll. Arnold Müller

Aporrhais cf. unisinuata (Sandberger, 1861); NP22-zone, Rupelian, Oligocene; Mammendorf, Saxonia, Germany; Coll. Arnold Müller

Chenopus pespelecani (Linnaeus, 1758); Oberer Meeressand, Oligocene; Bünde, North Rhine-Westphalia, Germany; Coll. Goldfuß Museum Bonn; Copyright IPB

References

  • Braun, A. 1851. In Die fossile Fauna des Mainzer Beckens. Wirbellose Thiere, 1112–1141 [or 28–57 in separate], ed. Walchner, F.A., In Darstellung der geologischen Verhältnisse des Mainzer Tertiärbeckens und seiner fossilen Fauna und Flora, ed. Walchner, F.A., Handbuch der Geognosie zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbststudium mit besonderer Berücksichtigung der geognostischen Verhältnisse des Grossherzogthums Baden. [2nd ed., 1846–1851]: 1085–1159 [also published as separate with pagination 1–75], Karlsruhe (C. Th. Groos), Fulltext
  • R. Janssen, 1978a
  • Kuster-Wendenburg, 1973
  • Müller, A. (2011). Der Steinbruch Mammendorf NW Magdeburg – ein Felslitoral der unteroligozänen Nordsee - Geologica Saxonica, Journal of Central European Geology 57: 120 S., 19 Taf., 24 Abb., 1 Tab., Dresden.
  • C.L.F. Sandberger 1858-1863. Die Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens. C.W. Kreidel's Verlag, Wiesbaden, 468 pp., 35 pls. [part 1: pp. 1-40, pls. 1-5, 1858; part 2: pp. 41-72, pls. 6-10, 1858; part 3: pp. 73-112, pls. 11-15, 1859; part 4: pp. 113-152, pls. 16-20, 1860; part 5/6: 153-232, pls. 21-30, 1861; part 7: pp. 233-270, pls. 31-35, 1862; part 8: pp. 271-468, 1863].
  • Speyer (1862-1864) published 1900
  • von Koenen, 1867

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