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Species / Strombopugnellus Digitolabrum

Strombopugnellus Digitolabrum

Stromboidea


Original Description of Strombopugnellus digitolabrum by Koch, 1911, p. 601:

  • "An demselben Fundorte wurde außer den gewohnten Molluskenresten, welche schon öfters aufgezählt wurden, im Sande ein mittelgroßes, auffallend dickschaliges Schneckengehäuse gefunden, welche man ihren Hauptmerkmalen nach in die Familie der Strombidae versetzen muß. Neuestens beschäftigte sich M. Cossmann eingehender mit den fossilen Formen der Strombidae, diese in Gattungen, Untergattungen und Sektionen einteilend. Diese Studie vor Augen haltend konnte ich konstatieren, daß die Schnecke von Törökbálint mit keiner der bisher aufgestellten Gattungen der Fam Strombidae vollkommen übereinstimmt. Jedenfalls steht dieselbe am nächsten zu der in den oberkretazeischen Schichten verbreiteten Gattung Pugnellus (Conrad 1861); aber auch von dieser weicht unsere Form beträchtlich ab. Die Merkmale dieses Genus der Kreidebildungen sind nach P. Fischer die folgenden: «Die Schale ist im jungen Alter spindelförmig, in entwickeltem Alter ovoid. Die Lippen bilden einen aufgedunsenen Lappen, welcher vorne und hinten ausgeschnitten ist. Der Kanal ist verlängert und ausgebogen. Auch der innere Lippenrand ist dick, aufgedunsen und zieht entlang der Spira bis zur Spitze hinauf». Diese Charakteristik paßt auch auf die Schnecke von Törökbálint; es finden sich jedoch an dieser außerdem noch solche Merkmale, welche auf andere Gattungen der Strombidae hinweisen. So vor allem Anderen auf der flügelartig ausgebreiteten Außenlippe der letzten Windung, eine deutliche Spur einer fingerartigen Verlängerung als Fortsetzung der Knotenreihe, welches Merkmal auf das Subgenus Dilatilabrum des Genus Strombus, aber auch auf das Genus Dientomochilus (Digitilabrum) erinnert. In Bezug auf die ziemlich dichten Querrippen der Spirawindungen ist unsere Schnecke dem Gen. Pumella ähnlich. Die Reihe von großen Knoten der letzten Windung ist ein Kennzeichen vieler Strombiden. Diese Knoten sind eigentlich aus einem hervorragenderen großen und aus einem damit vereinigten kleineren Knoten zusammengesetzt, und übergehen gegen die Spira zu allmählig in die Querrippung. Es erinnert unsere Form ferner auch an die große Form des Aporrhais (Chenopus) speciosa Schloth. sp. var. Margerini, welche Beyrich aus dem norddeutschen Oligozän beschrieben und abgebildet hat. Weil auch in dem oberoligozänen Sand von Törökbálint das Vorkommen des Chenopus speciosus Schloth. sp. nachgewiesen ist, könnte eventuell die neue große Schneckenform davon abgeleitet werden. Bei der spezielleren Vergleichung finden wir jedoch so viele Abweichungen zwischen der von Beyrich beschriebenen Varietät und der der Form von Törökbálint, daß man mit Beruhigung beide nicht vereinigen könnte, um so weniger, da zwischen dem typischen Chenopus speciosus und der neuen Form in Törökbálint noch keine Übergänge bekannt sind. An den Exemplaren aus Deutschland der genannten Varietät ziehen, auf dem letzten Umgang eine zweite, ja auch eine dritte Knotenreihe, oder Kiele bis zum Lippenrande, dergleichen man an der neuen Form von Törökbálint keine Spur bemerkt; so auch nichts von den dichten und scharfen Längsfurchen, welche die Oberfläche des Chenopus speciosus bedecken. Endlich ist auch die Größe, dann die Dicke und Aufgedunsenheit der Lippenflügel bedeutender bei der neuen Form von Törökbálint. M. Cossmann in seinem oben zitierten Werke (S. 73) reiht diese Art in die Familie Aporrhaidae (H. et A. Adams), Gattung Arrhoges (Gabb, 1868), welche dem Gen. Chenopus am nächsten steht. Es ist daraus klar, daß unsere Törökbálinter Form die Merkmale zweier Familien, der Strombidae und der Aporrhaidae in sich vereinigt, die Merkmale der Fam. Strombidae sind dennoch hervorragender. Unter den heute noch lebenden Strombidae, welche mir im ungar. Nationalmuseum Herr Dr. Ludw. Soós zu zeigen die Freundlichkeit hatte, fand ich eine einzige Art, welche in einiger Beziehung unserer fossilen Form ähnlich ist. Es ist das die aus der Gegend von Finisterre d. Neu-Guinea stammende kleine Art Strombus minimus L., welche die ziemlich dicken, aufgedunsenen Lippen ebenfalls aufweist, von welchen die innere beinahe bis zur Spitze der Spira hinaufzieht; und an den Windungen die allmählig in Querrippen übergehende Knotenreihe. Die äußere Lippe ist jedoch nicht so stark flügelartig und besitzt keine Spur eines fingerartigen Fortsatzes; weshalb die Art jedenfalls dem Genus Strombus angehört. Man ersieht aus allem dem, daß die Merkmale unseren fossiler Schneckenform von Törökbálint am meisten zwischen jenen der Genus Pugnellus und Strombus schwanken, so jedoch, daß man sie mit Beruhigung in keines der beiden Genus versetzen kann. Noch weniger läßt sie sich in die übrigen nahe verwandten Geschlechter versetzen. Von dem oberkretazeischen Genus Pugnellus trennt es auch das bedeutend jüngere geologische Alter, und nähert es mehr dem lebenden Genus Stromnbus. Nach all diesen Betrachtungen scheint es mir am zweckmässigsten, wenn ich unter dem zusammengesetzten Namen Strombopugnellus ein neues Genus für unsere Törökbálinter Form aufstelle und dessen Charakteristik folgend formuliere : «Im entwickelten Alter ist die dicke Schale ovoid. Stark ausgebreitete, an den Rändern aufgedunsene äußere und innere Lippen, hinten mit breitem, mondförmigen Querschnitt, vorne mit schmalem und kurzen einwärts gekrümmten Kanal. Der innere Lippenrand zieht bis zur Spitze der Spira hinauf. Die Knotenreihe des letzten Umganges geht in den Flügel an einem fingerartigen Fortsatz über, welcher bis zu dem Rande zieht. Die Fläche der Spira ist mit ziemlich dichten Querrippen verziert». Die einzige Art dieses neuen Genus in Hinsicht auf den fingerartigen Fortsatz benennend, wäre nun der Name unserer Schneckenform: Strombopugnellus digitolabrum mihi."

Locus typicus: Törökbalint, Budapest, Hungary

Stratum typicum: Törökbalint-1, Chattian, upper Oligocene

Strombopugnellus digitolabrum Koch, 1911, pl. 3, fig. 2a, 2b


History and Synonymy

1963

Baldi, 1963, p. 86 about Strombopugnellus digitolabrum:

  • "Von dieser ausserordentlich seltenen und interessanten grossen Schneckenart, die von Wenz (1940) in die Familie Aporrhaidae gestellt wird, fand ich neben dem von Koch (1911) beschriebenen Holotyp, in der Sammlung von R. Streda, auch ein zweites Exemplar vor. Wie beim Holotypus, fehlt auch hier der Apex. Auch der letzte Umgang ist verletzt, die Aussenlippe sowie der Flügel fehlen. An den erhalten gebliebenen 4 Umgängen sind etwas schiefe, schwach gebogene stark entwickelte axiale Rippen zu beobachten und zwar an jedem Umgang 14. Eine spirale Skupltur ist nicht vorhanden. Anstelle der axialen Rippen ist am letzten Umgang nur eine ausserordentlich stark entwickelte, aus groben Knoten bestehende spirale Knotenreihe vorhanden. Die Innenlippe besitzt einen starken Callus. Auch die Ansatzstelle des Flügels, die bis zum 4. Umgang hinauf reicht, ist genau zu sehen. Im ganzen genommen scheint diese Form eine riesige, stark kallöse Verwandte der Art Drepanocheilus speciosus margerini (De Koninck, 1837) zu sein, wie darauf auch schon von Koch (1911) hingewiesen worden ist. In der Grösse, der Grobheit und Abweichung der Skulptur sowie im Callus erscheinen aber so grosse Unterschiede, dass auch eine generische Abtrennung berechtigt erscheint. Dieses wird übrigens auch durch die Tatsache unterstützt, dass in Törökbálint keine Übergänge zwischen A. speciosus margerini und S. digitolabrum zu finden sind. Verbreitung: Die Art und auch die von Koch beschriebene Gattung ist bis jetzt insgesamt in 2 Exemplaren von Törökbálint bekannt."

Strombopugnellus digitolabrum in Baldi, 1963, pl. V, fig. 8

2004

Harzhauser, 2004, p. 104:

  • "The comparison of the Greek and Iranian faunas with those of Rumania and Bulgaria reveals some interesting details. The latter fauna bears several typical Tethyan elements in common with the Eastern Mediterranean or the Iran, including Tectus lucasianus, Tympanotonus stroppus, and Conus diversiformis, which are all lacking in Paratethyal faunas of Hungary (BALDI 1973), Austria (HARZHAUSER & MANDIC 2001), and Bavaria (HÖLZL 1962, BARTHELT 1989). The most striking convergence between Bulgaria and the Iranian faunas can be observed within the strombids, since Oostrombus auricularius and Strombus radix occur in both areas as well as in Northern Italy, thus being characteristic species of the Western Tethys in Oligocene times. Additionally, all these strombids are chiefly rather endemic like Strombopugnellus digitolabrum, or of northern origin such as Drepanocheilus speciosus."

Specimens from private collections

Strombopugnellus digitolabrum Koch, 1911; Chattian, upper Oligocene; Kõérberek near Törökbalint close to Budapest, northside of the hill, Hungary (on the locality houses are built now); 59,4 mm; Collected between 1920-1930; Coll. Ulrich Wieneke no. 2421; Ex-coll. Zoltan Vician

Ecology: Pitar beyrichi community, a medium-depth sublittoral community, 30-60 m.

Localities:

  • Törökbalint, Hungary

This species may belong to the "Drepanocheilus speciosus"-complex, which still awaits revision.

References:

  • Baldi, 1963, p.86, pl. V, fig. 8
  • Baldi, 1973
  • Harzhauser, M. 2004. Oligocene Gastropod Faunas of the Eastern Mediterranean (Mesohellenic Trough/Greece and Esfahan-Sirjan Basin/Central Iran); Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg, 248, p. 93-181.
  • M.W.Rasser and M. Harzhauser (coordinators). Paleogene and Neogene of Central Europe . In: McCann, T. (ed.) 2008. The Geology of Central Europe . Volume 2: Mesozoic and Cenozoic. Geological Society, London , 1031-1140.
  • Wenz, 1940, p. 914, fig. 2688.
  • Koch, 1911; Újabb földtani és öslénytani megfigyyelések a Budai hegységben [Recent geological observations in the Buda Mountains.] F.K., 41, 545-551, 597-603.
  • Koch, A. 1911. Neuere geologische und paläontologische Beobachtungen im Budaer Gerbirge, 4. Eine neue Gasteropodengattung aus dem oberoligozänen Sande von Törökbálint. Földtani Közlöny vol. XLI (7-8), p. 601-603, fulltext

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